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Interview: Joe Satriani

The Elephants Of Mars ist für Joe Satriani in vielerlei Hinsicht eine Abkehr von bewährten Tugenden. In Sachen Kompositionen, Arrangements, Aufnahmetechniken oder Equipment mischt der „Godfather Of Instrumental Rock“ auf dem Album seine Karten komplett neu. 

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Während der Sessions hast du dich selbst mit ein paar neuen Ibanez JS-Modellen „gekitzelt“ … 

Oh ja, eine davon ist der Prototyp der JS-Gold-Boy von 1989 gewesen, mit einer HSS-Bestückung, die mit drei Mini-Toggles geschaltet werden. Eigentlich sollte das Serienmodell bereits 1990 auf den Markt kommen. Damals hat es allerdings noch kein Verfahren gegeben, um ein Chrom-Finish dauerhaft in gleichbleibender Qualität auf einen Gitarrenbody aufzutragen. Als die 89er JS-Gold-Boy damals bei mir eingetrudelt ist, war das Instrument bereits in einem bemitleidenswerten Zustand. An ihr wurde in Sachen Finish ziemlich viel ausprobiert. Deswegen ist sie 1989 schnurstracks mit zum „Big Bad Moon“-Videodreh gewandert, da ich dort ständig in künstlichem Regen und Nebel stehen musste. Um den Nebel zu erzeugen wurde Ammoniak und Bleiche über mich und Goldboy gesprüht. Für meine Klamotten und die JS-Gold-Boy war das nicht wirklich gesund. Trotz ihres ramponierten Looks ist sie dennoch auf vielen meiner Alben zu hören. 

Hat sie inzwischen einen frischen Chromüberzug bekommen?
Vor gut zwei Jahren habe ich mich an die Finish-Probleme von damals erinnert. Ibanez haben mittlerweile eine tolle Methode für diese Art Finish entwickelt, weswegen ich vorgeschlagen habe, die JS-Gold-Boy endlich zur Serienreife zu bringen. Auch aufgrund der Pandemie war dieses Vorhaben aber eine echt harte Nuss. Manche Parts, die ich unbedingt haben wollte, waren schlicht nicht verfügbar. Inzwischen ist ja Licht am Ende des Tunnels und wir sind kurz vor dem Ziel. Deswegen war neben der Original-1989er auch der auf dem Foto zu sehende ganz frische Prototyp mit im Studio. 

Ist das Studio quasi die Teststrecke?

So kann man das sagen, ja. Vom ersten Prototyp bis zur Serienreife vergehen für Ibanez und mich immer so circa eineinhalb Jahre. Während der Aufnahmen werden alle Aspekte dieser Gitarren auf die Probe gestellt – egal ob es sich dabei um Klang, Haptik, Bauteile oder Look handelt.

Was hat es denn mit der JS2480 im Paisley-Stil auf sich? 

Die Gitarre ist ebenfalls ein Prototyp und an ein paar Stellen auf The Elephants Of Mars zu hören. Sie klingt fantastisch und sieht natürlich super aus. Das Paisley-Design hat meine Frau – genau wie für meine D’Addario-Signature-Gurtserie – entworfen. Nachdem sie sich überlegt hatte, wo sie die Ornamente platziert, hat sie sie in Handarbeit aufgezeichnet. Danach haben wir das Instrument zum Ibanez Custom Shop in LA gebracht, der wiederum einen Fachmann für Folierung beauftragt hat, damit dieses Design vervielfältigt werden kann.

Welche Amps kamen zum Einsatz? 

Auf dem Album hörst du keine Amps oder Boxen. Alle Gitarrenspuren sind mit einem SansAmp-PSA-1-Plugin eingespielt worden. Seit ungefähr 20 Jahren nehme ich immer auch eine neutrale DI-Spur auf. Später wird diese über meine Marshalls, Peaveys oder Fenders gereampt. Zu unserem großen Erstaunen hat das PSA-1 Plugin meine Persönlichkeit auf den Saiten besser als alle Amps transportiert. Das bringt dein „Verstärker-Weltbild“ total ins Wanken. Eric und ich haben mit der Entscheidung zugunsten der SansAmp-Software bis zur letzten Sekunde gehadert. Danach hat es eine Phase gegeben, in der wir auf Gregs Anweisung, die althergebrachte Methode zu verwenden, gewartet haben. Das PSA-1 Plugin hat letztlich aber bei jeder Spur das Rennen gemacht. Manchmal muss man Bekanntes und Vertrautes über Bord werfen, um das Maximum herauszuholen.  

Text: Chris Franzkowiak 

Bild: Joseph Cultice

Das ganze Interview könnt ihr in guitar 05/22 nachlesen:

https://ppvmedien.de/Guitar-05-2022-Printausgabe-oder-E-Paper

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Tags: E-Gitarre

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