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Interview: Nicke Andersson – The Hellacopters

Die Hellacopters sind eine Institution, wenn es um skandinavischen Retro-Rock geht. Dass sich die Band nun mit Musikern aus den Datsuns und Backyard Babies, die zum Teil wiederum Gründungsmitglieder waren, wieder zusammen tut, ist eine Sensation. Wir sprachen mit Mastermind Nicke Andersson über das erste Album mit eigenem Material seit 17 Jahren.

Nicke, wie kamen wir zu der freudigen Überraschung, ein neues Album von euch kredenzt zu bekommen?

Nicke Andersson: Eigentlich sollte es keine Überraschung werden. Für uns war nämlich direkt nach der kleinen Reunion-Tour im Jahr 2016 klar, dass wir wieder etwas aufnehmen wollen. Ich finde nämlich, wir sind noch nicht alt genug, um mit einer ewigen Greatest-Hits-Tour um die Ecke zu kommen. Ich bin noch nicht bereit für diesen Nostalgie-Trip. Was den ganzen Prozess unglaublich in die Länge zog, war leider der Umstand, dass zuerst keiner Zeit hatte, weil jeder noch in zig anderen Projekten steckte. Selbst unser Produzent Chips Kisbye, der seit High Visibility alle unsere Alben mitbetreut hat, war ausgebucht. Danach folgte dann direkt die Pandemie und keiner konnte mehr aus dem Haus. So ertreckte sich die Aufnahmezeit, die alles in allem eigentlich nur drei Wochen dauerte, über fast drei Jahre. Für mich war das wirklich eine Herausforderung so zu arbeiten, aber es war auch auf eine Weise lehrreich. Wenngleich ich am Ende einfach zu den Jungs sagte: „Jetzt reicht es, wir müssen diese Platte fertig stellen. Und zwar jetzt!“ Ich mag einfach keine unfertigen Sachen, das liegt in meiner Natur.

Was ist das denn für eine silberne Gitarre, die du in dem Video zu „Reap A Hurricane“ spielst?

Die Gitarre stammt von einer Firma namens The Electric Guitar Company, die dafür bekannt ist, Gitarren aus Aluminium zu fertigen. Ich habe mir dieses Modell im Stile einer Veleno-Gitarre bauen lassen, wie sie Mark Farner von Grand Funk Railroad spielte oder auch Ace Frehley. Das Ding an diesen Aluminium-Gitarren ist, dass die Teile unglaublich schwer sind und sich gefühlt niemals aufwärmen. Sie sind einfach immer kalt – das hat auch den Videodreh zu einer echten Herausforderung gemacht.

Was hast du sonst an Equipment eingesetzt?

Ich bin meinem Ziel auf der Suche zum perfekten Gitarrensound ein ganzes Stück näher gekommen. Nachdem ich über die Jahre unzählig viele Amps ausprobiert habe, fand ich heraus: Es kommt gar nicht so sehr auf den Amp an. Der Lautsprecher ist entscheidend! Und was ich brauche sind JBL-Lautsprecher. Entweder D120- oder K120-Modelle. Und für manche Sounds muss es sogar eine 15-Zoll-Version von den Dingern sein – also ein D130 oder K130. Das sind die Speakertypen, die ich auf dem kompletten Album eingesetzt habe.

Wie kamst du denn auf diese ungewöhnliche Entdeckung?

Ich stehe ziemlich auf den Southern-Rock der Siebziger Jahre und den Sound dieser Gitarristen, vor allem Allen Collins und Gary Rossington. Ebenso bin ich auch begeistert von einer Band namens Outlaws, die einen ganz ähnlichen Gitarrensound haben, hier vor allem Hughie Thomasson. Bei meinen Recherchen stieß ich dann auf diese JBL-Lautsprecher.

thehellacopters2021cBild: Nuclear Blast

Wo waren diese Speaker zu finden, etwa in den in der Szene damals weit verbreiteten Peavey-Amps?

Das war exakt auch, was ich dachte. Vielmehr dachte ich zuerst, die Peavey-Topteile seien entscheidend, aber es sind eben die Boxen. Und noch verrückter – etwa vor einem Jahr fand ich raus wie Steve Jones von den Sex Pistols einige meiner absoluten All-Time-Favourite-Sounds mit einem stinknormalen Fender Twin Reverb aus den Siebzigerjahren erzeugte. In dem Amp, den er natürlich irgendwo geklaut hatte, steckten auch ganz besondere Lautsprecher – und zwar von der Marke Gauss. Sowohl JBL- als auch Gauss-Lautsprecher wurden von amerikanischen  Amp-Herstellern in den Siebzigern als Upgrade angeboten. Das Tolle ist, dass das niemand weiß und man so sehr günstig an diese sagenhaften Lautsprecher kommt. Die Gauss-Lautsprecher sind wiederum noch schwerer und straffer als die ohnehin kolossalen JBL-Speaker.

Text: Philipp Opitz

Bild: Micke Sandstroem

Das ganze Interview könnt ihr in guitar 03/22 nachlesen:

https://ppvmedien.de/Guitar-03-2022-Printausgabe-oder-E-Paper

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